| Mapplethorpe wurde 1946 in New York geboren und starb dort 1989. Er studierte
Kunst am Pratt Institute in New York, arbeitete mit Undergroundfilmen und
Bildhauerei. Ab 1972 wandte er sich verstärkt der Fotografie zu, meistens
fotografierte er mit Sofortbildmaterial. Bald begann er Schwerpunkte auf
die Portraitfotografie zu legen. Mapplethorpe beschäftigte sich zunächst
verstärkt mit deutlich homosexuellen Sujets. Gleichzeitig entstanden
viele klassische Portraits von namhaften Künstlern in immer ausgefeilterer
Schwarzweißtechnik und zunehmend puritischer Gestaltungsweise. Ab
1978 kamen auch Blumenstilleben hinzu, die in ihrer Kargheit und Lichtführung
an Bilder der Neuen Sachlichkeit erinnern. Eine Hinwendung zur Concept
Art und zum Minimalismus wird deutlich. Seine Ausstellungen bewirken viel
Bewunderung und Popularität, seine Männerakte, meist schwarze
Modelle, rufen allerdings auch sehr viele Proteste politisch konservativer
Kräfte in den USA hervor, bis hin zu Ausstellungsverboten. Mapplethorpe
gilt als der Vertreter männlicher Aktfotografie, der wesentlich dazu
beigetragen hat, daß dieses Sujet in den verschiedenen Bereichen
der Fotografie selbstverständlicher geworden ist. |